Das Hundegehirn – Hundepsychologie

Aufbau des Hundegehirns

Das Gehirn ist die wichtigste Komponente unseres zentralen Nervensystems. Das menschliche Gehirn besteht aus drei miteinander verbundenen Schichten. Im
tiefsten Bereich des Gehirns, dem Hirnstamm , befinden sich Strukturen, die hauptsächlich an autonomen Prozessen wie Pulsfrequenz, Atmung, Schlucken und Verdauung beteiligt sind. Dieser zentrale Kern ist umgeben vom limbischen System , das an Prozessen von
Motivation, Emotion und Gedächtnis beteiligt ist. Das Großhirn (Cerebrum ) umschließt diese beiden Strukturebenen. Im Großhirn befindet sich die Gesamtheit des menschlichen Geistes. Das Cerebrum und dessen Oberfläche, der cerebrale Cortex , integriert sensorische Informationen, koordiniert die Bewegungen und ermöglicht abstraktes Denken und Schlussfolgern (Quelle: Zimbardo Psychologie)

Der Hirnstamm

Den Hirnstamm findet man bei allen Wirbeltieren. Enthält Strukturen, die die internen Prozesse des Körpers regeln. In der Medulla kreuzen die Nervenfaser der linken Körperseite mit denen der Rechten. Das bedeutet, dass die linke Körperseite mit der rechten, die rechte Körperseite mit der linken Hirnhälfte verbunden ist. Genau über der Medulla liegt die Brücke (Pons ), dieankommende Informationen in andere Strukturen desHirnstamms und in das Kleinhirn leitet (Pons ist daslateinische Wort für Brücke). Die Formatio reticularis istein dichtes Netzwerk von Nervenzellen, das als Wächterdes Gehirns dient. Sie regt den cerebralen Cortex an, dieAufmerksamkeit auf eine neue Stimulation zu richten,und hält das Gehirn sogar während des Schlafes aufmerksam(Kinomura et al., 1996). Eine massive Schädigungin diesem Bereich führt oft zum Koma.Die Formatio reticularis besitzt lange Nervenfasern,die zum Thalamus führen, der die eintreffende sensorischeInformation kanalisiert und zu den entsprechendenArealen des Cortex zur Verarbeitung weiterleitet.Der Thalamus leitet zum Beispiel Informationenvon den Augen in cortikale Areale der visuellen Verarbeitung.

Das limbische System

Das limbische System vermittelt zwischen motiviertem Verhalten, emotionalen Zuständen und Gedächtnisprozessen. Des Weiteren regelt es Körpertemperatur, Blutdruck, Blutzuckerspiegel und andere Aspekte des Körperhaushalts. Das limbische System besteht aus drei Strukturen: Hippocampus, Amygdala und Hypothalamus .Der Hippocampus , die größte Struktur des limbischen Systems, spielt beim Erwerb expliziter Gedächtnisinhalte eine wichtige Rolle. 

Sollten Sie also in einen Unfall verwickelt worden sein und eine Verletzung des Hippocampus erlitten haben, dann könnten Sie immer noch neue Aufgaben lernen, Sie würden sich aber nicht mehr daran erinnern können! Nach weiterer Beschäftigung mit dem Hippocampus ist die Forschung zu noch detaillierteren Erkenntnissen darübergelangt, wie sogar verschiedene Bereiche dieser Struktur an der Aneignung verschiedener Arten von Gedächtnisinhalten beteiligt sind (Zeineh et al., 2003).

Die Amygdala (der Mandelkern) ist maßgeblich an der emotionalen Kontrolle und der Formung emotionaler Gedächtnisinhalte beteiligt.

Der Hypothalamus ist eine der kleinsten Strukturen des Gehirns und spielt doch bei vielen unserer wichtigsten alltäglichen Handlungen eine entscheidende Rolle. Er ist aus verschiedenen Kernen (Nuclei), kleinen Neuronenbündeln, zusammengesetzt, die physiologische Prozesse des motivationalen Verhaltens regulieren(darunter Essen, Trinken, Regelung der Temperatur und sexuelle Erregung). Der Hypothalamus erhält das innere Gleichgewicht des Körpers, die Homöostase.

Das Großhirn

Beim Menschen überragt das Großhirn den Rest des Gehirns; es beansprucht zwei Drittel der Gehirnmasse für sich. Seine Aufgabe ist die Regulierung höherer kognitiver und emotionaler Funktionen. Hier finden wir den Unterscheid zum Hundegehirn, denn Hunde haben ein sehr viel kleineres Großhirn als wir Menschen. Tatsächlich ist der größte Teil mit der Interpretation und Integration von Informationen befasst. Prozesse wie Planen und Entscheiden ereignen sich vermutlich im Assoziationscortex . Das Großhirn wird ist für weitere folgende Funktionen notwendig:

Das Gehirn ist ein sehr komplexes Instrument. Mehr Informationen findest du im Video Kurs. 

Rene ist Psychologie Student. Als Hundepsychologe motiviert er Hundebesitzer dazu, ihren Vierbeiner artgerecht zu behandeln.

Lerne Hundepsychologie, um dich und deinen Hund besser zu verstehen. Behebe Verhaltensprobleme und werde Hundeprofi.

Was ist lernen und warum lernen Hunde?

Unter Lernen versteht man den absichtlichen (intentionales Lernen) und den beiläufigen (inzidentelles und implizites Lernen) Erwerb von neuen Fertigkeiten. Der Lernzuwachs kann sich auf geistigem, körperlichem, charakterlichem oder sozialem Gebiet ereignen. 

Aus lernpsychologischer Sicht wird Lernen als ein Prozess der relativ stabilen Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens aufgrund von Erfahrung oder neu gewonnenen Einsichten und des Verständnisses (verarbeiteter Wahrnehmung der Umwelt oder Bewusstwerdung eigener Regungen) aufgefasst.

Die Fähigkeit zu lernen ist für Mensch und Tier eine Grundvoraussetzung dafür, sich den Gegebenheiten des Lebens und der Umwelt anpassen zu können, darin sinnvoll zu agieren und sie gegebenenfalls im eigenen Interesse zu verändern. So ist für den Menschen die Fähigkeit zu lernen auch eine Voraussetzung für ein reflektiertes Verhältnis zu sich, zu den anderen und zur Welt. Die Resultate des Lernprozesses sind nicht immer von den Lernenden in Worte fassbar (implizites Wissen) oder eindeutig messbar.

Welche Lernformen (Lernprozesse) gibt es?

Wir kennen eine Vielzahl an Lernformen. Diese sind unterschiedlich im Charakter, dem zeitlichen Verlauf, der Stabilität des Erlernten, dem Kontext sowie den beteiligten neuronalen Strukturen.

Nachfolgend eine Liste an Lernformen:

  • Habituation (Gewöhnung)
  • Sensitivierung (Sensibilisierung)
  • Klassische Konditionierung
  • Operante / instrumentelle Konditionierung (trial and error oder Versuch und Irrtum)
  • Lernen durch Einsicht
  • Prägung (im strengen Sinn der Ethologie existiert Prägung beim Hund nicht)
  • Nachahmung
  • Soziales Lernen
  • Geschmacksvermeidungslernen
  • Furchtkonditionierung
  • Unterscheidungslernen
  • Raumlernen
  • Zeitlernen

Wir beschränken uns auf die für uns wichtigsten und beeinflussbarsten Lernformen, die wir für das alltägliche Zusammenleben mit dem Hund sowie spezifisch für das Training mit dem Hund kennen und verstehen sollten.

Die klassische Konditionierung

Wir kennen eine Vielzahl an Lernformen. Diese sind unterschiedlich im Charakter, dem zeitlichen Verlauf, der Stabilität des Erlernten, dem Kontext sowie den beteiligten neuronalen Strukturen.

Nachfolgend eine Liste an Lernformen:

  • Habituation (Gewöhnung)
  • Sensitivierung (Sensibilisierung)
  • Klassische Konditionierung
  • Operante / instrumentelle Konditionierung (trial and error oder Versuch und Irrtum)
  • Lernen durch Einsicht
  • Prägung (im strengen Sinn der Ethologie existiert Prägung beim Hund nicht)
  • Nachahmung
  • Soziales Lernen
  • Geschmacksvermeidungslernen
  • Furchtkonditionierung
  • Unterscheidungslernen
  • Raumlernen
  • Zeitlernen

Wir beschränken uns auf die für uns wichtigsten und beeinflussbarsten Lernformen, die wir für das alltägliche Zusammenleben mit dem Hund sowie spezifisch für das Training mit dem Hund kennen und verstehen sollten.

Die klassische Konditionierung

I. P. Pawlow, ein russischer Physiologe, entdeckte 1918 bei seinen Untersuchungen zu den Verdauungsprozessen von Hunden durch Zufall die Zusammenhänge der klassischen Konditionierung.

Er stellte fest, dass die Hunde verstärkt speichelten, wenn seine Assistenten den Tieren Futter brachten. Die Tiere speichelten jedoch bereits dann, wenn sie den Assistenten bzw. das Futter noch gar nicht sehen konnten: Um die Reaktion auszulösen, genügte es den Tieren anscheinend, den Assistenten zu hören.

„Tatsächlich konnte jeder Reiz, den der Hund als der Fütterung regelmäßig vorausgehend wahrnehmen konnte, die gleiche Reaktion auslösen wie das Futter selbst.“ Zimbardo (1992, 230)

Pawlow ging diesem Phänomen nach und untersuchte es ausgiebig – an Hunden. Es blieb dem zweiten bedeutsamen Vertreter der klassischen Konditionierung, J. B. Watson, überlassen, diese Theorie am Menschen auszuprobieren.

Die Abbildung unterhalb zeigt seine Versuchsapparatur, die die Speichelmenge des Hundes auf verschiedene Reize misst:

Bildquelle: Lefrancois (1994, 18) 

Ein Schlauch im Mund des Hundes leitet den Speichel in einen Behälter. Dieser ist wiederum mit einem Aufzeichnungsschreiber verbunden, so dass die Daten auf Papier festgehalten werden konnten.

Wenn Sie etwas schmackhaftes zu Essen vor sich stehen haben, beginnt in Ihrem Mund i.d.R. eine erhöhte Speichelproduktion. Da Reiz (Nahrung) und Reaktion (Speichelfluss) des Verdauungssystems von nichts anderem abhängen, also als automatisch, angeboren, vorprogrammiert oder als Anlage bezeichnet werden können, nannte Pawlow diese Reaktion unbedingten Reflex (unbedingt = nicht erfahrungsbedingt). In Amerika wurde der russische Begriff als unconditional reflex (unkonditionierter Reflex, UCR) übernommen.

Bevor wir zu Pawlows bekannten Versuch kommen, hier notwendige Begrifflichkeiten:

(Stimulus und Reiz sind in diesem Kontext identisch!)

 Ein neutraler Stimulus (NS) ist ein Reiz, der keine spezifische Reaktion auslöst.

 Ein unkonditionierter Stimulus (UCS für unconditioned stimuli) ist ein Reiz, der ohne Konditionierung, also ohne Lernen eine Reaktion / einen Reflex auslöst. Ein UCS löst eine natürliche (angeborene) Reaktion aus – deshalb unkonditioniert.

Beispiel: Das vor Ihnen stehende Leibgericht (= UCS) löst ohne vorheriges Lernen Speichelfluss aus.

Ein Schlag auf das Knie (= UCS) löst die natürliche Reaktion der Muskelkontraktion aus. 

 Ein unkonditionierte Reaktion / ein unkonditionierter Reflex (UCR für unconditioned reaction / reflex) ist eine angeborene Reaktion / Reflex auf einen unkonditionierten Stimulus. 

[Handelt es sich bei dem Reiz um einen reflexauslösenden Reiz, so ist das Ergebnis ein Reflex (z.B. UCR = conditioned reflex = konditionierter Reflex). Handelt es sich nicht um einen reflexauslösenden Reiz, so ist das Ergebnis eine Reaktion (z.B. UCR = conditioned reaction). Das ‚R‘ kann demnach für Reflex und Reaktion stehen – je nach auslösendem Reiz. ]

Beispiel: Das vor Ihnen stehende Liebgericht löst ohne vorheriges Lernen Speichelfluss (UCR) aus.

Ein Schlag auf das Knie löst die natürliche Reaktion der Muskelkontraktion (UCR) aus. 

 Ein konditionierter Stimulus (CS für conditioned stimuli) ist ein Reiz, der durch Lernen entstanden ist und eine konditionierte Reaktion / einen konditionierten Reflex auslöst. Da der Stimulus nicht mehr natürlich ist (sondern erlernt = konditioniert). Das Tier hat mit diesem Stimulus nun eine Erwartung verknüpft. 

 Eine konditionierte Reaktion / ein konditionierter Reflex (CR für conditioned reaction / reflex) ist eine Reaktion / Reflex auf einen konditionierten Stimulus (CS).

 Pawlows Theorie der klassischen Konditionierung

In seinem bekanntesten Versuch paart Pawlow die Futtergabe mit einem zweiten (neutralen) Reiz, einem Glockenton. Kurz vor jeder Futtergabe wird einem Hund ein Glockenton dargeboten, was nach einigen Wiederholungen dazu führt, dass der Glockenton alleine genügt, um die Speichelproduktion des Tieres anzuregen. Der Hund hat den Glockenton mit dem Futter assoziiert. 

Neben der folgenden Darstellung können Sie eine interaktive Simulation starten.

CS (konditionierter Stimulus): Der bedingte (= erfahrungsbedingte) Auslöser (CS; Glocke) ist ursprünglich ein neutraler Reiz (NS; Glocke), der aufgrund der mehrmaligen Kopplung mit einem unkonditionierten Stimulus (UCS; Futter) eine gelernte oder bedingte Reaktion bewirkt. 

CR (konditionierte Reaktion / konditionierter Reflex): Die bedingte Reaktion / der bedingte Reflex (Speichelabsonderung) ist eine erlernte Reaktion. 

Durch die wiederholte Darbietung von Glockenton (NS) und Futter (UCS) beginnt der Hund mit der Speichelabsonderung (CR), wenn er allein die Glocke (CS) hört.

Die operante Konditionierung

B. F. Skinner teilte Thorndikes Ansicht, dass jegliches Verhalten durch bisher erlebte Verhaltenskonsequenzen beeinflusst werde. 1930 beschrieb Skinner seine Experimente mit der Skinnerbox (nach ihm benannte Variante eines Problemkäfigs), in der mit Ratten und Tauben Versuche durchführte. Skinner stützte sich dabei zunächst auf Thorndikes Arbeiten und entwickelte dessen Theorien weiter: Während sich Thorndike auf das grundlegende Versuch-und-Irrtum-Verhalten konzentrierte, rückte Skinner verschiedene Arten der Verstärkung als Konsequenz für ein gezeigtes Verhalten in den Mittelpunkt seiner Forschung.

Beispiel: Skinner sperrte eine Versuchsratte in einen Käfig, in welchem sich einige Signallampen zum testen der Differenzierung und Generalisation (siehe unten) sowie ein Fressnapf befand, der von Außen gefüllt werden konnte. Weiterhin gab es in diesem Käfig einen Hebel, der je nach Versuchstier und Versuchsanordnung eine andere Konsequenz darbot:

Ratte 1 bekam Futter, wenn sie den Hebel betätigte, Ratte 2 konnte durch das Betätigen des Hebels Strom abschalten, der durch das Bodengitter (siehe Grafik) floss und Ratte 3 erhielt einen Stromschlag, wenn sie den Hebel betätigte. 

Nach mehreren Versuchen betätigten Ratte 1 und Ratte 2 immer wieder den Hebel, während Ratte 3 den Hebel nicht mehr betätigte. 

Die Ratten hatten gelernt, Verhalten mit positiven Konsequenzen (Futter bekommen, Strom abschalten) zu wiederholen und negative Konsequenzen (Stromschlag) zu vermeiden. Skinner nannte diesen Lerneffekt: ‚Lernen durch Verstärkung‘ oder auch ‚Lernen am Erfolg‘: das Verhalten (z.B. Strom des Käfigbodens abschalten) befriedigt das Bedürfnis und verstärkt das Verhalten. 

Skinner unternahm weitere Versuche in Verbindung mit Signallampen:

Beispielsweise bekam das Tier nur Nahrung, wenn es den Hebel betätigte und die Deckenlampe brannte.

Das Tier konnte auf verschiedene Zusätze konditioniert werden: Es gilt nicht nur eine Tätigkeit auszuführen (den Hebel zu betätigen), um die Reaktion auszulösen, sondern es muss eine zweite Bedingung (z.B. das Brennen einer Lampe) erfüllt sein.

Die Versuchstiere (in der Skinnerbox) hatten gelernt, durch das eigene Verhalten positive bzw. angenehme Konsequenzen („satisfier“) herbeizuführen und unangenehme Konsequenzen („annoyer“) zu vermeiden bzw. zu verringern. 

„In Skinners Perspektive kann das Verhalten des Tieres vollständig durch äußere Erfahrungen (Stimuli aus der Umwelt) erklärt werden – durch die Nahrungsdeprivation und Einsatz von Nahrungsmitteln als Verstärkung.“ Zimbardo & Gerrig (1999, 208)

 Bei der operanten Konditionierung erfolgt eine Verstärkung auf eine gezeigte Verhaltensweise. 

Als Verstärkung zählt eine bestimmte Konsequenz, die über die Wiederholung des gezeigten Verhaltens entscheidet.

Skinners Lerntheorie basiert auf dem Einsatz der Verstärkung nachdem ein „lernendes“ Individuum eine erwünschte Verhaltensweise gezeigt hat.

Beispiel: Ein Schüler kommt wiederholt verspätet in den Schulunterricht. Da die Mitschüler bewundernd lachen und die Lehrer nichts gegen den Regelverstoß unternehmen, empfindet der Schüler die Konsequenz für sein Verhalten als positiv.

Durch diesen positiven Verstärker wird der Schüler voraussichtlich auch in Zukunft zu spät kommen, um wieder in den Genuss des Verstärkers zu kommen.

Operant bedeutet, an bzw. in seiner Umwelt zu operieren (einzugreifen). Durch das Emittieren einer Verhaltensweise ist es einem Individuum möglich, die Umwelt zu beeinflussen. „Im wörtlichen Sinne bedeutet operant  „die Umwelt beeinflussend“ oder „in ihr wirksam werdend“ (Skinner 1938).“ Zimbardo & Gerrig (1999, 219)

Beim operanten Konditionieren ist demnach ein Individuum von sich ausgehend aktiv, da es eine ‚Operation‘ in der Umwelt vornimmt: Ein Verhalten wird gezeigt (vorgenommen, gemacht), welches die Reaktion der Umwelt hervorruft (= Konsequenz auf das Verhalten). Operanten Verhalten muss nicht geplant sein: Viele Verhaltensweisen der operanten Konditionierung werden spontan emittiert.

Was ist Hundepsychologie?

„Jedes Tier hat eine unterschiedliche Vergangenheit und eine andere selbstkonstruierte Gegenwart.

Alle Spezies haben einen unterschiedlichen Aufbau der Gehirne. Gut beobachtbar ist das bei bestimmten einzigartigen Lebewesen, wie zum Beispiel bei Chamäleons. Chamäleons besitzen die einzigartige Fähigkeit ihr Äußeres der Umwelt anzupassen. Natürlich spiegelt sich diese Fähigkeit auch im Gehirn wieder. Für einzigartige Fähigkeiten benötigt man auch einzigartige Gehirn Strukturen, die jene Fähigkeiten steuern. Die Psychologie ist eine der wissenschaftlichen Disziplinen die sich mit geistigen Fähigkeiten beschäftigt. 

Neben diesen einzigartigen Fähigkeiten, wie der ausgeprägte Geruchssinn von Hunden oder das rationale Denken des Menschen gibt es noch Fähigkeiten, die alle Spezies gemeinsam haben. Alle Säugetiere Atmen Sauerstoff, haben die Fähigkeit mit Augen zu sehen, nehmen Gerüche und Geräusche war. Deshalb ist es klar, dass es in der Humanpsychologie, der Tierpsychologie und natürlich auch in der Hundepsychologie Überschneidungen gibt.

Bestimmte Psychologische Eigenschaften sind  bei Hunden, sowie auch bei Menschen ähnlich bzw. gleich. Jedoch konstruieren alle Lebewesen aufgrund ihrer einzigartigen Fähigkeiten ihre eigene Realität. Das bedeutet, dass alle Lebewesen die Welt anders wahrnehmen. Ganz wichtig sind hier die Sinne der Hunde, bzw. der Lebewesen zu betrachten. Sinne sind die Messinstrumente die das Hirn verwendet, um Daten zu sammeln, um aus diesen wiederum die Wahrnehmung zu gestalten. Grund dafür ist die Evolution, jede Spezies hat sich auf bestimmte Jagt Arten und Nahrungsmittel spezialisiert. Nach der Art der Nahrungsaufnahme, haben sich die Sinne entwickelt und aus diesen wiederum entsteht die Realität. 

Hier sehen wie das Gehirn eines Menschen abgebildet. Das Modell zeigt einen dreiteiligen Aufbau des Gehirns. Zwar zeigt es, dass sowohl Primaten, andere Säuger und Reptilien einen Gehirnbereich teilen.  Nämlich den Hirnstamm. In der Psychologie bzw. in der Hundepsychologie schenken wir den Gehirnstamm nur wenig Aufmerksamkeit. Ein Gehirnbereich den sowohl Menschen, als auch Hunde haben, ist das Limbische System. Im limbischen System entstehen unsere primären Emotionen. Diesem Bereich wird in der Hundepsychologie viel Aufmerksamkeit geschenkt. Alleine die Existenz des limbischen Systems zeigt, dass Hunde psychologisch gesehen in der Lage sind Liebe und primäre Emotionen, wie Angst, Wut, Freude, Trauer, Überraschung und Ekel zu fühlen.  

Das Großhirn, der größte Hirnbereich des Menschen, ist auch in der Hundepsychologie wichtig. Da es Hundebesitzer vor allem wichtig ist, das Lernverhalten und das Sozialleben der Hunde zu verstehen, wollen wir in der Hundepsychologie das Großhirn genauer betrachten. Betrachtet man diese drei Gehirnbereiche verstehen wir schnell, wieso auch die Evolution eine wichtige Rolle in der Hundepsychologie spielt. Denn das Gehirn vom Wolf hat sich natürlich im Laufe der Domestikation und Evolution verändert und andere Fähigkeiten entwickelt. Daher ist es so wichtig, als Hundebesitzer den Lauf der Evolution zu kennen und zu verstehen, denn nur so scheint Hundepsychologie Sinn zu machen. 

Daher sollte man sich als Hundebesitzer mit der Hundepsychologie beschäftigen. Folgende der Punkte und Themenbereiche der Hundepsychologie sind entscheidend für maximales Verständnis und optimale Ergebnisse:

  • Die Transforamtion vom Hund zum Wolf
  • Das emotionale Leben von Hunden
  • Seine fantastischen Sinne – Was Hunde wirklich wahrnehmen
  • Das Rudel- und Sozialleben von Hunden
  • Paarungs-, Sexual- und Revierverhalten
  • Alles über Kommunikation
  • Die Intelligenz und das Lernverhalten von Hunden
  • Tipps für eine effiziente Verhaltensveränderung

Um es zusammenzufassen. Hundepsychologie bietet Menschen die Möglichkeit ihre Bindung zum Hund durch natürliches Verhalten zu verbessern. Erziehung nach ihren Wünschen zu gestalten. Soziale Situationen zu verstehen und in akuten Situationen richtig zu handeln. 

Auch die Autoren von Zooplus fassen den Bedarf und die Notwendigkeit von Hundepsychologischen Wissen gut zusammen:

Die Zauberformel in der Hundepsychologie heißt: Lernen Sie das Hundeverhalten zu verstehen und arbeiten Sie an sich selbst!

In der Hundepsychologie geht es im Grunde darum, das Verhalten des Hundes zu analysieren und zu lernen, richtig mit dem Hund zu kommunizieren. Denn ein vermeintliches Fehlverhalten des Hundes beruht oftmals nur auf einem Missverständnis zwischen Tier und Mensch. Oftmals entstehen diese Missverständnisse dadurch, dass die Halter ihren Hund vermenschlichen. Jedem Hundehalter muss bewusst sein, dass der Hund nie die Bedeutung, sondern bloß den Tonfall seiner Worte versteht.

Der Hund selber kommuniziert mit Menschen gleich wie mit anderen Hunden. Missverständnisse sind somit vorprogrammiert.Ausgebildete Tierpsychologen beobachten das Verhalten von Herrchen bzw. Frauchen und dem Vierbeiner in alltäglichen Situationen, wie beispielsweise beim Gassi gehen oder beim gemeinsamen Miteinander in der Wohnung. Er fungiert als „Übersetzer“ und spricht konkrete Tipps und Empfehlungen aus, um das Vertrauensverhältnis zwischen Hundehalter und Tier zu stärken und die Kommunikation nachhaltig zu verbessern.

Laut Zooplus hilft Hundepsychologie (natürlich unterstützen wir und andere Literatur diese Meinung) bei folgenden Problemen: 

Zwar wenn der Hund…

  • Mobiliar in der Wohnung zerstört
  • Sehr schreckhaft und ängstlich ist
  • Unkontrollierbar bellt
  • Stark an der Leine zieht
  • Unsauber ist
  • Unter Trennungsangst leidet
  • Kinder, Fahrradfahrer oder andere Hunde anbellt, anknurrt oder Aggressivität zeigt
Fünf Grundsätze der Hundepsychologie:

Positive Verstärkung im Hundetraining ist wissenschaftlich gesehen die beste Methode, um Hunde zu erziehen.

Regeln und Rangordnungen müssen strikt eingehalten und klar definiert sein!

Gewalt hat in der Hundeerziehung und in der Hundepsychologie nichts verloren!

Führungsqualitäten, Mindset und richtiges Verhalten de Hundebesitzers ist das wichtigste der Hundepsychologie.

Rene ist Hunde Enthusiast. Als Hundetrainer motiviert er Hundebesitzer dazu, ihren Vierbeiner artgerecht zu erziehen.

Lerne Hundepsychologie, um dich und deinen Hund besser zu verstehen. Behebe Verhaltensprobleme und werde Hundeprofi.

Die Nase der Hunde – Die Hundenase

Wir Menschen nutzen seit über 20.000 Jahren die Nase des Hundes, um unsere eigenen Ziele zu verfolgen. Ob als Hütehunde, um das eigene „Hab-und-Gut“ zu beschützen, oder als Jagdhunde, um Wild aufzuspüren, oder als Rettungs- Lawinen- oder Drogenspürhunde, Hunde werden in unzähligen Situationen und sogar beruflichen Alltagen eingesetzt. Der Geruchssinn, ist der einzige der Sinne, die der Mensch noch nicht maschinell konstruieren kann – doch wir arbeiten daran in hochtouren!

Hundenase Hunde Nase

Wir Menschen nutzen vorwiegend das Auge, um unsere Realität zu konstruieren und wahrzunehmen. Die Art und Weise, wie sich der Mensch in der Umwelt orientiert ist prinzipiell anders, als die des Hundes. Hunde konstruieren ihre Realität mithilfe des Geruchssinns. 

Der ausgeprägte, feine Geruchssinn hat sich aufgrund diverser Aufgaben entwickelt. Er hilft Hunden bei der Lösung von Aufgaben, wie bei der Nahrungssuche,  bei der Suche nach einem Geschlechtspartner oder bei der Wahrnehmung von Bedrohungen. 

Heute enthält die Nase der Hunde ca. 200 Millionen Geruchszellen, das ist ca. 10x so viel, wie die Nase der Menschen an Geruchszellen enthält. Die Hundenase ist auch mindestens 40 mal so effektiv wie die Nase eines Menschen. Grund dafür ist die Größe des olfaktorischen Kortex im Hunde-Gehirn. Der Olfaktorische Kortex verarbeitet die Daten der Hundenase, welche von den Nervenfasern der Hundenase gesendet werden.

Hunde haben die Fähigkeit ganz feine Geruchsunterschiede zwischen Menschen wahrzunehmen. Zum Beispiel können Hunde Fettsäuren im Hautduft von Lebewesen riechen. bevor wir Menschen ein Lebewesen sehen, hat es der Hund schon lange gewittert, da er ja seine Realität mithilfe des Geruchsinns konstruiert. 

Neben der ausgesprochen hohen Effizienz von Hundenasen gibt es noch weitere außergewöhnliche Fähigkeiten der Hundenase:

  • Hunde können beide Hundenasen separat nutzen
  • Zwischen Nase und Mund am Vorderkiefer befindet sich ein Kieferzwischengang (ductus incisivus)
  • Die feuchte Nase dient als Signal der Windrichtung – so weiß der Hund von wo der Geruch kommt

Hunde sind meister im unterscheiden von verschiedenen Gerüchen. Hunde können Gerüche die von anderen Gerüchen überdeckt werden riechen, diese Fähigkeit ist auch der Grund, warum sie gerne als Rettungs-, Jagd- oder Drogenhunde eingesetzt werden.

Nun zum Aufbau der Hundenase

Durch die Nasenlöcher gelangen die Geruchspartikel in die Nasenhöhle. Von innen ist die Nasenhöhle mit einer Schleimhaut benetzt, in welcher sich feuchtigkeitspendende Drüsen befinden. Diese Drüsen halten die ohnehin feuchte und kalte Nase nochmal etwas feuchter. Durch die Feuchtigkeit werden Geruchsmoleküle aus der Luft mit der Schleimhaut (s.u.) in Verbindung gebracht.Um diese Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten, müssen Hunde viel trinken.

Auf der Fährtensuche zum Beispiel atmen Hunde bis zu 300 Mal pro Minute ein, das trocknet die Schleimhäute aus. Innerhalb der Nasenhöhle befinden sich Nasenmuscheln, welche die den ausgeprägten Geruchssinn erster Linie durch die sogenannte Riechschleimhaut in der Hundenase ermöglicht wird. Sie bedeckt die Nasenmuscheln und in ihr befinden sich die zahlreichen Riechzellen, welche die Geruchspartikel wahrnehmen und über das Nervensystem ans Gehirn weitergeben.

Auch die Anordnung der Riechzellen im Riechzentrum des Hundes ist vorteilhafter als die des Menschen und erleichtert es dem Hund, bestimmte Gerüche zu erkennen.Durch die lange Formung der Schnauze ist die Riechschleimhaut entsprechend größer als bei anderen Säugetieren.

Dackel beispielsweise haben eine Riechschleimhaut mit einer Fläche von 100 Quadratzentimeter, Schäferhunde (welche gerne als Polizeihunde eingesetzt werden um illegale Waren und Rauschgift aufzuspüren) haben sogar eine 200 Quadratzentimeter große Riechschleimhaut.

Zum Vergleich: unsere Riechschleimhäute sind gerade mal 5 Quadratzentimeter groß. Kommunikation zwischen Nase und Hirn. Im Vergleich mit den Menschen haben Hunde ein sehr großes Riechhirn. Beim Hundehirn macht es 10% aus, beim Menschen 1%. Die Düfte, die die Riechzellen in der Nase wahrnehmen, werden als elektronische Signale über den Riechnerv ans Gehirn weitergeleitet. Im Riechkolben des Gehirns findet dann ein komplexer Umstrukturierungsprozess statt, welcher dem Hund die Fähigkeit des „räumlichen Riechens“ verleiht. Die Gerüche, die ein Hund im Laufe seines Lebens wahrnimmt, werden in seinem Hirn abgespeichert und können bei Bedarf abgerufen werden. 

Hunde riechen (menschliche) Gefühle 

Hunde sind durchaus in der Lage auch menschliche Gefühle wie zum Beispiel Angst, Wut, Trauer oder Freude wahrzunehmen. Denn je nach Stimmungslage produziert der menschliche Körper bestimmte Geruchsstoffe. Wenn wir ängstlich sind und schwitzen („Angstschweiß„) bekommt der Hund das mit, ebenso wenn wir traurig sind. Die von uns ausströmenden Duftstoffe verraten dem Hund eine ganze Menge über uns Menschen.

Bei Hunden untereinander funktioniert diese Kommunikationen durch den Geruchssinn über Pheromone. Anhand der Pheromone kann ein Hund Informationen über das Geschlecht, das Alter und den Geundheitszustand des Tieres erhalten. Weibliche Hunde beispielsweise signalisieren ihre sexuelle Bereitschaft über Pheromone.

Ein Großteil der Pheromone befindet sich im Urin (deswegen Schnüffeln Hunde immer so intensiv an „markierten“ Bäumen), ein anderer Teil wird über die Schweißdrüsen abgegeben.

hunde riechen gefühle

Gesunde Nase – Gesunder Hund

Der Zustand der Hundenase ist ein ausgezeichneter Indikator für die Gesundheit des Tieres. Bei einem gesunden Hund ist die Nase stets feucht und kalt, die Haut der Nase weich und die Farbe schwarz bis pink. Folgende Anzeichen könnten auf ein Gesundheitsproblem beim Hund hinweisen und legen eine Untersuchung beim Tierarzt nah:

  • Die Nase ist trocken und/oder heiß
  • Stetiges Ausfließen von Nasensekret
  • Stetiges und/oder kontinuierliches Nasenbluten
  • Eingerissene Nasenhaut, Krustenbildung auf der Oberfläche
  • Ein Wechseln der Nasenfarbe

Zugrundeliegende Krankheiten könnten Entzündungen, Allergien oder sogar Tumore und andere ernsthaftere Krankheiten sein. Auch Fremdkörper oder Parasiten könnten zu den oben genannten Symptomen führen. Wenn ihr Hund gesund ist, müssen sie sich nicht besonders viele Gedanken um die Nasenpflege machen.

Wie gut hören Hunde?

Das Hundeohr – Ein Multi-Tasking-Organ

Das zweitwichtigste Sinnesorgan von Hunden sind die Ohren. Sie haben folgende Funktionen:

    • Kommunikation
    • Geräuschfilter
    • Richtmikrofon

Hundeohren sind separat ungetrennt voneinander beweglich. Hunde hören auch Geräusche im Ultraschall-Bereich, wie zum Beispiel das Fiepen einer Maus oder Fledermäuse. Hunde besitzen die besten Ohren im gesamten Tierreich. Es ist also völlig überflüssig zu glauben man könnte den Hund austricksen, wenn man auf leisen Sohlen heim schleicht. Auch Emotionen die uns Menschen eventuell unterbewusst sind, filtert der Hund aus unserer Stimme heraus.

Je höher Töne sind, also je hochfrequenter, desto eher wird ein Ton von Hunden gehört. Menschen hören bis zu 16.000Hz, Hunde dagegen bis zu 45.000 Herz – also mehr als zwei mal so viel. Das erklärt, warum Hundepfeifen normalerweise überdurchschnittlich hoch sind. Sie werden vom Menschen kaum noch wahrgenommen, für den Hund jedoch sind sie optimal. Evolutionär betrachtet ist der Grund dafür der Speiseplan der Wölfe, denn neben Mäuse wurden bzw. werden auch Ratten verzehrt.

Auch die Möglichkeit der Ortung ermöglicht durch 17 Ohrmuskeln ist ein weiterer Punkt. Durch diese Beweglichkeit ist der Hund in der Lage dreidimensional zu hören. So kann er Geräuschquellen orten und Störgeräusche herausfiltern.

Auch die Größe der Ohren hat einen Einfluss auf die Qualität des hörens, demnach hören Hunde mit großen Ohren besser, als jene mit kleinen. Denn die Lauscher selbst wirken wie ein Verstärker. Niederfrequente Hintergrundgeräusche werden gefiltert und die für die Jagd wichtigen hochfrequenten Töne verstärkt. Hunde können ihre Ohren auch wie Richtmikrophone einsetzen, das ermöglicht es den Hunden selbst bei 60 verschiedenen Geräuschquellen, das Fiepen einer Maus herauszufiltern.

Stehohren sind den Hängeohren hier ein wenig überlegen. Allerdings ist auch den Hängeohrträgern kein Geräusch entgangen, da sie mit Kopfdrehungen den kleinen Nachteil ausgeglichen haben.

Hunde hören zwar besser wie wir Menschen, das heißt aber noch lange nicht, dass sie auch lauter hören. Im gegenteil, denn der Hund kann sogar abschalten. Alltagsgeräusche die wir als normal empfinden, wie z.B. Motorgeräusche, Sprache oder Fernsehgeräte kann der Hund ausblenden. Grund dafür ist, dass die Sinneszellen nicht direkt mit dem Ohr, sondern über spezielle Nervenbahnen mit dem für das Hören zuständigen Hirnnerv verbunden sind.

Der Hund kann die Nerven einfach abschalten, ähnlich wie bei einem Radio. 

Die Hundeohren in der Entwicklung

Ab dem 12ten Lebenstag entwickeln Welpen die Fähigkeit zu hören. Erst mit einem Alter von 4-6 Wochen hat sich der volle Gehörgang entwickelt. Unwissende, unerfahrene oder weniger kompetente Züchter geben ihre Welpen zu bald ab, denn erst ab der 8 Wochen sollten Hundewelpen ihre finalen Besitzer sehen. Kommt der Welpe früher kommt es häufig zu Missverständnissen und die Hundebesitzer glauben, dass der Welpe taub ist. 

Ist dein Hund bereits älter, kann es vorkommen, dass ein Hörverlust statt findet. Zuerst verlieren Hunde die Fähigkeit tiefe Töne zu hören, später lassen auch hohe Töne nach. Als letztes kommt der Verlust von hochfrequenten Tönen. Verlieren unsere Hunde das Hörvermögen, ist das sehr frustrierend, denn die Töne unserer Stimme befinden sich beinahe alle zu im Tieffrequenten Bereich. Um Kommunikation auch im hohen Alter effektiv zu gestalten, zahlt es sich aus dem Welpen von klein auf mit Handzeichen zu trainieren. Alternativ zu Handzeichen, kann man dem Hund auch beibringen auf Pfeifen zu reagieren.

Hundeohren sind sehr empfindlich. Das Hundeohr ist eher groß und von außen nur kaum betrachtbar. Nurmit Hilfe von speziellen Geräten wie dem Otoskop ist es möglich den tiefen Gehörgang einzusehen. Gerade in der Tiefe findet sich auch so einiges. Milben, Grasmilben, Sporen, Mücken, Sand, Grannen, Gräser und andere Fremdkörper bleiben dort lange verborgen und können häufig Entzündungen auslösen. Das warme und feuchte Ohr ist zudem ein sehr guter Nährboden für Pilze und Bakterien. Auch Allergien führen häufig zu einer Schwellung des Gehörganges, da die Belüftung nicht mehr gewährleistet wird und es entwickeln sich auch hier Entzündungen. Probleme im Ohr bedürfen immer einer gezielten, tierärztlichen Behandlung. Bei großen Schlappohren ist besonders auf Infektionen oder Entzündungen acht zu geben. 

Das Ohr ist ein sogenanntes „Selbstreinigungsorgan“ 

Filmhaare die sich auf der Ohrinnenseite befinden sorgen für den Abtransport von Ohrenschmalz. Bei dem Versuch den Schmalz selbst mit Wattestäbchen zu entfernen, drücken wir den Schmutz oft nur noch noch tiefer in den Gehörgang. Auch die von der Natur eingerichtete Behaarung im Ohr hat einen Sinn. Sie soll verhindern das Schmutz von Außen eindringen kann. Deshalb sollte sie auch nicht entfernt werden, es sei denn der Hund leidet unter chronischen Ohrenproblemen.

Bei langhaarigen Rassen, insbesondere bei Rassen mit Hängeohren, hat es sich bewährt das Haar ein wenig zu kürzen um die Belüftung des Schlappohrenträgers zu gewährleisten. Hier sollte man sich zunächst einen Tipp von einem Experten einholen und sich zeigen lassen, wie man es richtig macht. Niemals sollte man selbst mit der Schere in die tiefen Regionen des Ohres abtauchen. Die Verletzungsgefahr ist viel zu hoch. Der Tierarzt oder ein Hundefriseur wird hier sicherlich gute Ratschläge bereit halten.

Titelbild (9 von 17)

Rene ist Hunde Enthusiast. Als Hundetrainer motiviert er Hundebesitzer dazu, ihren Vierbeiner artgerecht zu erziehen.

Unbenannt

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Das Hundeauge – Wie viel sehen Hunde?

Die Augen von Hunden sehen sich bewegende Objekte viel deutlicher als stehende Objekte, die sich nicht bewegen. Das Sehorgan ist beinahe Kugelförmig und wird von einer weißen Lederhaut umgeben.  An der Vorderseite befindet sich eine transparente Hornhaut, in der Wissenschaft verwendet man überwiegend den lateinischen Begriff Cornea. Dahinter befindet sich die Iris mit der Pupille. Die Netzhaut oder auch Retina enthält Sehzellen die auf Licht empfindlich reagieren. Von hinten treten Nerven in das Auge, das Nervenbündel nennt man Sehnervkopf oder auch Papille. An dieser Stelle ist das Auge lichtunempfindlich. Oberhalb der Papille befindet sich die Makula, der gelbe Fleck, die die Stelle des schärfsten Sehens darstellt. 

Es war einen Versuch wert: Drei Milchglasscheiben, ein paar Farbstrahler, jede Menge Fleischhäppchen, einige Kilogramm leckeren Käses und drei Hunde, mehr brauchten die amerikanischen Psychologen Jay Neitz, Gerald H. Jacobs und Timothy Geist nicht, um zu widerlegen, was bei vielen noch heute als gesichert gilt: Hunde sehen die Welt in Schwarz-Weiß. „Doch das ist Blödsinn“, erklärt Neitz. Gemeinsam mit seinen Kollegen verwöhnte er zwei Italienische Windspiele und einen Toypudel mehrere Wochen lang mit Fleisch- und Käsehappen: „Zwei der drei Scheiben waren gleich beleuchtet, eine dritte andersfarbig, und hinter der lagen die geruchssicher verpackten Leckereien.“

Sehen Hunde Farben? Ja sie sehen Bunt!

Dass Hunde in Farben sehen, stand schon kurz nach dem Beginn des Experiments fest. Es wurde gezeigt, dass der Hund nicht so farbenfroh wie der Mensch sieht, aber immerhin Farben erkennt, die sich von schwarz und weiß unterscheiden. Hunde können Rot und Grün schlecht unterscheiden, da Rot Gelb aussieht. Auch grün sieht gelb aus! Daher ist es wichtig das Spielzeug deines Hundes nach Farben zu kaufen. Ein roter Ball sieht auf einer grünen Wiese aus wie ein gelber Ball unter gelben Grashalmen. Dafür können Hunde Blau-Töne ausgezeichnet erkennen und unterscheiden. 

 Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit des Hundes. Da Hunde bzw. Wölfe während der Dämmerung Abends und Morgens auf die Jagt gingen, mussten sie zu dieser Zeit besser sehen. Zu Zeiten der Dämmerung ist das vom Himmel reflektierte Licht, aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung blauer als üblich. Für den Wolf ist es vom Vorteil, wenn er während der jagt die Blau-Töne gut unterscheiden kann, denn so heben sich die Umrisse von Beutetieren besser ab – jeder Bewegung wird so sofort erkannt.  Das raffinierteste an Hundeaugen sind die lichtreflektierende Schicht, das „Tapetum lucidum“ an der Rückwand der Hundeaugen. Dieser Spiegel ist dafür verantwortlich, dass Tieraugen im dunklen leuchten, wenn sie von Scheinwerfern oder ähnlichem angestrahlt werden. Denn das Tapetum lucidum reflektiert das durch die Netzhaut einfallende Licht zurück so wird das Licht doppelt genutzt. 

 Der Aufbau des Hundeauges gleicht unserem. Sein Auge wird umfasst von dem oberen und unteren Augenlid sowie der beim Menschen verkümmerten Nickhaut, die im unteren Augenlid liegt und sich beim Schlafen wie eine Schutzbrille über die Hornhaut legt. Unter der Hornhaut liegen die Iris und die Pupille, mehr kann man von außen nicht sehen.

 Die Unterschiede zum menschlichen Auge beginnen im Augenhintergrund: In der aus zehn Schichten bestehenden Netzhaut sitzt nicht nur ein sehr feines Geflecht aus Nervengewebe, dort befinden sich auch zwei verschiedene Arten von Lichtempfängern, Zapfen und Stäbchen.

 Warum sind Hunde kurzsichtig? 

Der Grund warum Beutetiere auf der Wiese zuerst still stehen bleiben, wenn sie auf einen Hund treffen ist, weil das die beste Chance ist, nicht aufzufallen. Probiere es einmal aus: Bleibe auf der Wiese stellen sie sich in ca. 100m Entfernung von ihrem Hund in die Wiese und rufen sie ihn. Wetten, dass er nicht kommt? Wahrscheinlich würde er gerne, leider aber erkennt er dich nicht –  er sieht dich nicht! Wenn du dich nun kurz bewegst, wirst du wieder die volle Aufmerksamkeit erhalten. Bewegungen werden nämlich sofort wahrgenommen. 

Das bedeutet für das Reh stehen bleiben, so lange es geht. Bemerkt es, dass es der Hund trotzdem wahrnimmt, beginnt das Rennen um Leben und Tod. Wie deutlich ein Tier sieht, hängt nämlich vom Aufbau des Auges ab, von der Größe der Linse, der Netzhaut und der Pupille, von der Zahl und Anordnung der Zäpfchen und Stäbchen. Grundsätzlich gilt, dass die Sehzäpfchien für die Sehschärfe gültig sind. Bei uns Menschen (wir haben viele Zäpfchen) liegt der Punkt des schärfsten Sehens in der sogenannten Sehgrube (wissenschaftlich: Fovea Centralis), einer nervenreichen, gut durchbluteten und nur etwa 1,5 Millimeter tiefen Senke, in der pro Quadratmillimeter etwa 140 000 Zapfen liegen. Auch Hunde haben oberhalb der Sehnerveneinmündung ein nervenreiches Gebiet, allerdings ähnelt es mehr einem Streifen, und es enthält nur Stäbchen. 

Es wird vermutet, dass Menschen sechsmal schärfer als Hunde sehen! Die Schwierigkeit der genauen Messung liegt beim Sehtest, denn ein Sehtest mit jemanden der keine Fragen beantworten kann, ist schwer zu interpretieren. 

Rene ist Hunde Enthusiast. Als Hundetrainer motiviert er Hundebesitzer dazu, ihren Vierbeiner artgerecht zu erziehen.

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