Die Nase der Hunde – Die Hundenase

Wir Menschen nutzen seit über 20.000 Jahren die Nase des Hundes, um unsere eigenen Ziele zu verfolgen. Ob als Hütehunde, um das eigene „Hab-und-Gut“ zu beschützen, oder als Jagdhunde, um Wild aufzuspüren, oder als Rettungs- Lawinen- oder Drogenspürhunde, Hunde werden in unzähligen Situationen und sogar beruflichen Alltagen eingesetzt. Der Geruchssinn, ist der einzige der Sinne, die der Mensch noch nicht maschinell konstruieren kann – doch wir arbeiten daran in hochtouren!

Hundenase Hunde Nase

Wir Menschen nutzen vorwiegend das Auge, um unsere Realität zu konstruieren und wahrzunehmen. Die Art und Weise, wie sich der Mensch in der Umwelt orientiert ist prinzipiell anders, als die des Hundes. Hunde konstruieren ihre Realität mithilfe des Geruchssinns. 

Der ausgeprägte, feine Geruchssinn hat sich aufgrund diverser Aufgaben entwickelt. Er hilft Hunden bei der Lösung von Aufgaben, wie bei der Nahrungssuche,  bei der Suche nach einem Geschlechtspartner oder bei der Wahrnehmung von Bedrohungen. 

Heute enthält die Nase der Hunde ca. 200 Millionen Geruchszellen, das ist ca. 10x so viel, wie die Nase der Menschen an Geruchszellen enthält. Die Hundenase ist auch mindestens 40 mal so effektiv wie die Nase eines Menschen. Grund dafür ist die Größe des olfaktorischen Kortex im Hunde-Gehirn. Der Olfaktorische Kortex verarbeitet die Daten der Hundenase, welche von den Nervenfasern der Hundenase gesendet werden.

Hunde haben die Fähigkeit ganz feine Geruchsunterschiede zwischen Menschen wahrzunehmen. Zum Beispiel können Hunde Fettsäuren im Hautduft von Lebewesen riechen. bevor wir Menschen ein Lebewesen sehen, hat es der Hund schon lange gewittert, da er ja seine Realität mithilfe des Geruchsinns konstruiert. 

Neben der ausgesprochen hohen Effizienz von Hundenasen gibt es noch weitere außergewöhnliche Fähigkeiten der Hundenase:

  • Hunde können beide Hundenasen separat nutzen
  • Zwischen Nase und Mund am Vorderkiefer befindet sich ein Kieferzwischengang (ductus incisivus)
  • Die feuchte Nase dient als Signal der Windrichtung – so weiß der Hund von wo der Geruch kommt

Hunde sind meister im unterscheiden von verschiedenen Gerüchen. Hunde können Gerüche die von anderen Gerüchen überdeckt werden riechen, diese Fähigkeit ist auch der Grund, warum sie gerne als Rettungs-, Jagd- oder Drogenhunde eingesetzt werden.

Nun zum Aufbau der Hundenase

Durch die Nasenlöcher gelangen die Geruchspartikel in die Nasenhöhle. Von innen ist die Nasenhöhle mit einer Schleimhaut benetzt, in welcher sich feuchtigkeitspendende Drüsen befinden. Diese Drüsen halten die ohnehin feuchte und kalte Nase nochmal etwas feuchter. Durch die Feuchtigkeit werden Geruchsmoleküle aus der Luft mit der Schleimhaut (s.u.) in Verbindung gebracht.Um diese Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten, müssen Hunde viel trinken.

Auf der Fährtensuche zum Beispiel atmen Hunde bis zu 300 Mal pro Minute ein, das trocknet die Schleimhäute aus. Innerhalb der Nasenhöhle befinden sich Nasenmuscheln, welche die den ausgeprägten Geruchssinn erster Linie durch die sogenannte Riechschleimhaut in der Hundenase ermöglicht wird. Sie bedeckt die Nasenmuscheln und in ihr befinden sich die zahlreichen Riechzellen, welche die Geruchspartikel wahrnehmen und über das Nervensystem ans Gehirn weitergeben.

Auch die Anordnung der Riechzellen im Riechzentrum des Hundes ist vorteilhafter als die des Menschen und erleichtert es dem Hund, bestimmte Gerüche zu erkennen.Durch die lange Formung der Schnauze ist die Riechschleimhaut entsprechend größer als bei anderen Säugetieren.

Dackel beispielsweise haben eine Riechschleimhaut mit einer Fläche von 100 Quadratzentimeter, Schäferhunde (welche gerne als Polizeihunde eingesetzt werden um illegale Waren und Rauschgift aufzuspüren) haben sogar eine 200 Quadratzentimeter große Riechschleimhaut.

Zum Vergleich: unsere Riechschleimhäute sind gerade mal 5 Quadratzentimeter groß. Kommunikation zwischen Nase und Hirn. Im Vergleich mit den Menschen haben Hunde ein sehr großes Riechhirn. Beim Hundehirn macht es 10% aus, beim Menschen 1%. Die Düfte, die die Riechzellen in der Nase wahrnehmen, werden als elektronische Signale über den Riechnerv ans Gehirn weitergeleitet. Im Riechkolben des Gehirns findet dann ein komplexer Umstrukturierungsprozess statt, welcher dem Hund die Fähigkeit des „räumlichen Riechens“ verleiht. Die Gerüche, die ein Hund im Laufe seines Lebens wahrnimmt, werden in seinem Hirn abgespeichert und können bei Bedarf abgerufen werden. 

Hunde riechen (menschliche) Gefühle 

Hunde sind durchaus in der Lage auch menschliche Gefühle wie zum Beispiel Angst, Wut, Trauer oder Freude wahrzunehmen. Denn je nach Stimmungslage produziert der menschliche Körper bestimmte Geruchsstoffe. Wenn wir ängstlich sind und schwitzen („Angstschweiß„) bekommt der Hund das mit, ebenso wenn wir traurig sind. Die von uns ausströmenden Duftstoffe verraten dem Hund eine ganze Menge über uns Menschen.

Bei Hunden untereinander funktioniert diese Kommunikationen durch den Geruchssinn über Pheromone. Anhand der Pheromone kann ein Hund Informationen über das Geschlecht, das Alter und den Geundheitszustand des Tieres erhalten. Weibliche Hunde beispielsweise signalisieren ihre sexuelle Bereitschaft über Pheromone.

Ein Großteil der Pheromone befindet sich im Urin (deswegen Schnüffeln Hunde immer so intensiv an „markierten“ Bäumen), ein anderer Teil wird über die Schweißdrüsen abgegeben.

hunde riechen gefühle

Gesunde Nase – Gesunder Hund

Der Zustand der Hundenase ist ein ausgezeichneter Indikator für die Gesundheit des Tieres. Bei einem gesunden Hund ist die Nase stets feucht und kalt, die Haut der Nase weich und die Farbe schwarz bis pink. Folgende Anzeichen könnten auf ein Gesundheitsproblem beim Hund hinweisen und legen eine Untersuchung beim Tierarzt nah:

  • Die Nase ist trocken und/oder heiß
  • Stetiges Ausfließen von Nasensekret
  • Stetiges und/oder kontinuierliches Nasenbluten
  • Eingerissene Nasenhaut, Krustenbildung auf der Oberfläche
  • Ein Wechseln der Nasenfarbe

Zugrundeliegende Krankheiten könnten Entzündungen, Allergien oder sogar Tumore und andere ernsthaftere Krankheiten sein. Auch Fremdkörper oder Parasiten könnten zu den oben genannten Symptomen führen. Wenn ihr Hund gesund ist, müssen sie sich nicht besonders viele Gedanken um die Nasenpflege machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.